Slow Food
   

Geschmackserlebnisse, Theater des Geschmacks und Verabredungen zum Essen


Italy - 10 Aug 10

Eine große Stärke des Salone del Gusto ist unbestreitbar die Aufmerksamkeit, die dem Bildungsangebot, der Verkostung und den vertiefenden Aktivitäten gewidmet wird. Diese kommen in einer gelungenen Synthese in den Geschmackserlebnissen und dem Theater des Geschmacks zusammen, wo Produzenten, Experten und große Köche das Publikum bei Sinneserfahrungen und Lernen begleiten. Die Verabredungen zum Essen führen den Besucher aus dem Messegelände heraus in die wichtigsten Stätten der Piemontesischen Gastronomie-Szene, um dort die Weltspitze der Kochkunst zu treffen.

Das Programm des Salone del Gusto ist auf Italienisch, Englisch, Deutsch, Spanisch und Französisch online auf www.salonedelgusto.it verfügbar. So kann man schon im Voraus planen, wie man am besten in eine so interessante und abwechslungsreiche Welt hineinschnuppern will.

Die zahlreichen Aktivitäten des Programms werden durch das weite internationale Netzwerk des Slow Food Vereins möglich gemacht. Der Verein ist heute in 130 Ländern vertreten und steht in engstem Kontakt mit dem Netzwerk von Terra Madre, das sich durch die Zusammenarbeit mit der Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt und der Universität der Gastronomischen Wissenschaften in der ganzen Welt der Lebensmittelproduktion ausbreitet.

Das diesjährige Programm ist ein ausgereiftes Zusammenspiel der Kunst des Genießens und des bewussten Lebens, Aspekte, die den Verein im Zeichen der Schnecke schon immer charakterisiert haben: gut recherchierte Verkostungen von exzellenten Produkten, die Präsenz legendärer Persönlichkeiten, ein Platz für die Lebensmittelbündnisse von Terra Madre und für die Presidi, und die konkrete Veranschaulichung des Zusammenhangs zwischen den Prinzipien gut, sauber und fair.

Außerhalb des Lingotto Messegeländes: historische Herrensitze, Burgen und Villen bilden den Rahmen für 23 Termine mit großen Köchen aus aller Welt
Unter diesen sind vor allem folgende Namen zu nennen: Alain Ducasse, der große Meister Frankreichs, Kylie Kwong vom \'Billy Kwong\' in Sydney (Australien), Petter Nilsson vom \'La Gazzetta\' in Paris und Michel Bras vom \'Bras\' in Laguiole (Frankreich), Shin Ichiro Takagi vom \'Zeniya\' in Kanazawa (Japan), Alex Gares vom \'Soneva Fushi\' auf der Insel Kunfunadhoo (Malediven) und Oriol Rovira vom \'Rural Els Casals\' im katalonischen Sagas (Spanien). Nicht fehlen dürfen natürlich auch die großen italienischen Namen wie Massimo Bottura, Moreno Cedroni, Chicco Cerea, Gennaro Esposito, Davide Oldani und die Familie Santini. Dazu gesellen sich die besten der italienischen osterie im Zeichen der Schnecke, und die Mitglieder der Allianz der italienischen Köche mit den Slow Food Presidi.

Dem Wein wird wie immer beim Salone del Gusto viel Aufmerksamkeit gewidmet. Drei Degustationen werden von berühmten Sommeliers geleitet, die uns die Bedeutung des Weines in der hohen Kunst der Gastronomie veranschaulichen: Luca Gardini vom \'Cracco\', Federico Graziani vom \'Il luogo di Aimo e Nadia\' und Olivier Sinclair vom \'Mugaritz\'. Agronomen, Önologen und Biologen präsentieren Wein in seinen mannigfaltigen Versionen und erklären den Einfluss von terroir und von unterschiedlichen Arbeitsstilen in Weinberg und Keller. Die Winzer der \'Vignerons D\'Europe\'-Vereinigung erläutern die Bedeutung natürlicher Grenzen und das Konzept der Authenzität anhand der Resultate im Glas. Mit dabei sind natürlich die klassischen vertikalen Verkostungen, die Ausflüge in weitentfernte und beinahe unerforschte Gegenden, von Neuseeland bis nach Istria, und die schon erprobten Kombinationen von Wein und Speisen als Ausdruck einer Region, wie der Comté-Käse und die Weine des Jura.

Acht Termine sind den Lebensmittelbündnissen gewidmet, weitere acht den Presidi aus aller Welt, vom baskischen Euskal Txerria-Schwein bis zu den Amphoren-Weinen aus Georgien, und 19 Events den italienischen Presidi. Darunter einige Neuigkeiten: vier Termine für die Kunst des Cocktail-Mixens mit den weltweit besten Barkeepern, sowie drei Workshops unter dem Motto \'Die Stadt ernähren\': wie man das Beste an Gutem, Sauberem und Fairem in Mailand, Berlin und Paris findet, zu probieren in Turin.

Dreizehn Veranstaltungen sind exklusiv für Slow Food-Mitglieder vorbehalten: darunter ein Treffen mit Aubert de Villaine, Direktor von Romanée-Conti, dem größten Weingut im Burgund, und vielleicht der ganzen Welt.

Zu guter Letzt die originellste Idee diese Jahres, das Abendessen der Reste. Eine der Losungen von Slow Food ist schon seit einiger Zeit \'Kampf der Verschwendung\', und das Thema Recycling ist ein Leitfaden des Salone del Gusto 2010, deswegen soll ein starkes Zeichen gesetzt werden. Eine Gruppe von Köchen, von Sternenrestaurants sowie auch osterien unter dem Zeichen der Schnecke, wird am Montag dem 25. Oktober, wenn sich die Türen des Salone schliessen, ihre Fantasie und ihre technischen Fähigkeiten anstrengen und die Reste aus den Küchen der Theater des Geschmacks, der Workshops, der Presidi und der Märkte der Erde, die nicht aufgehoben oder mit nach Hause genommen werden können, in ein Abendessen verwandeln.

Es soll ein richtiges Fest werden, ungezwungen und nicht zu ernst, getragen von einem Team, das daran gewöhnt ist, aus dem Stegreif Großartiges zu zaubern. Der aperitivo vor dem Essen wird von Davide Scabin (Combal.Zero, Rivoli) ausgerichtet und wird den Überbleibseln aus fünf Tagen Vinothek den Garaus machen; die Gerichte (natürlich nur in begrenzten Mengen und nicht in strikter Menüfolge) werden von Köchen wie Alexandre Gauthier (La Grenouillère, Montreuil-sur-Mer), Enrico Crippa (Piazza Duomo, Alba), Luigi Taglienti (Antiche Contrade, Cuneo), Michele Buri (Porcorosso, Torino), Wam Kat (Greenpeace Koch-Aktivist), Masayuki Okuda (Al-Chè-Cciano, Japan) und anderen zusammengestellt.