Slow Food
   

Terra Madre Day - 7 Leitlinien


Italy - 24 Nov 09

Zugang zu guten, sauberen und fairen Lebensmitteln Slow Food beim Schulessen Frankreich – Slow Food Bayonne arbeitet seit Jahren mit den lokalen Grundschulen zusammen, um den Kantinendienst zu verbessern, und am Terra Madre Tag sollen diese Erfahrungen verbreitet und über die Ergebnisse diskutiert werden. Seit November 2008 kommen 4000 Kinder in den Genuss des Schulessens von einer lokalen Sozialkooperative, die Arbeitslose und Behinderte beschäftigt und Rohstoffe verwendet, die innerhalb eines Radius von 30 km um die Stadt hergestellt werden. Einmal in der Woche wird ihnen ein vollständig biologisches Gericht angeboten. Die Kinder haben sehr positiv auf die neuen Angebote ihrer Schulkantine reagiert. Der Terra Madre Day bietet eine reizvolle Chance, sich mit anderen auseinanderzusetzen und ein Jahr nach seiner Einführung ein Resümee des Projekts zu ziehen. Die Eltern und Schüler, der Bürgermeister und die lokalen Behörden versammeln sich, um ihr Engagement für ein Projekt zu bestätigen, das die Werte und Ziele von Slow Food verkörpert: gutes, sauberes, faires Essen und Geschmacksbildung. Das Projekt in Bayonne gehört auch zum Slow Food European Canteen Network [europäisches Kantinennetzwerk von Slow Food] Biologische Vielfalt bei Landwirtschaft und Lebensmitteln Gefährdete lokale Produkte und Gericht Uganda – Das zentrale Convivium in Mokono beschäftigt am Terra Madre Tag mit der Verteidigung der lokalen Biodiversität: Die Veranstaltung trägt den Titel “Gefährdete lokale Produkte und Gerichte”. Da viele Obst- und Gemüsesorten, die früher häufig in Uganda verzehrt wurden, nicht mehr leicht erhältlich sind, haben die Mitglieder des Conviviums einige dieser Sorten in den verschiedenen Ursprungsregionen aufgespürt, damit das Publikum sie beim Terra Madre Day wiederentdecken kann. Es wird auch ein Saatgutvorrat der verschiedenen Sorten angelegt, um das Aussterben zu verhindern. Die Veranstaltung schließt mit einem Fest und einer Verkostung der Säfte aus verschiedenen Obstsorten aus dem ganzen Land ab. Lebensmittelerzeugung in kleinem Maßstab Blicke auf Terra Madre Indien – Um die Lebensmittelproduktion in kleinem Maßstab in der ganzen Welt zu zelebrieren, können die Bewohner von Varanasi die Erfahrung des großen Treffens der Lebensmittelbündnisse Terra Madre 2008 nachvollziehen und miterleben: Eine Fotoausstellung erzählt die Geschichte des fünftägigen Welttreffens. Im Jahr 2004 wurde mit dem ersten Treffen von Bauern und Erzeugern aus 150 Ländern der Grundstein für das Netzwerk Terra Madre gelegt, dann wurde der Kontakt zu Köchen, Wissenschaftlern und Nachwuchs hergestellt, um darüber zu diskutieren, wie man das Lebensmittelsystem gemeinsam verbessern kann. Die Besucher der Ausstellung mit dem Titel „Blicke auf Terra Madre” können in den Bildern und Gesichtern von Kleinbauern, Fischern und handwerklichen Erzeugern aus aller Welt, die sich für eine bessere Ernährungszukunft einsetzen, andere Kulturen, Lebensstile und Regionen kennen lernen. Die Ausstellung zeigt außerdem Bilder von der Lebensmittelkultur der Land- und Stadtbevölkerung in Indien. Ernährungssouveränität Up with Slow, Down with Fast! [Ein Hoch auf Slow, nieder mit Fast!] Bangladesch – Das Recht auf Wissen und auf die Entscheidung, was man anbauen, wie man es verarbeiten und wie sich unsere tägliche Ernährung zusammensetzen soll, ist das Thema des Treffens in Bangladesch, zu dem sich über 500 Menschen versammeln, um Unterschriften gegen Fast Food und schädliche Lebensmittel zu sammeln. Mit dieser Kampagne zur Verteidigung der traditionellen und “Slow” Lebensmittel wird gefordert, die Ausbreitung der Fast-Food-Ketten in Asien aufzuhalten, die das Überleben der traditionellen Küche, der Kleinerzeuger und der biologischen Vielfalt bedrohen. Die Teilnehmer der Kampagne fordern das Recht auf gesunde Ernährungsentscheidungen unter Wahrung ihrer Kultur. Sie versammeln sich vor dem Bangladescher Nationalmuseum, um Unterschriften zu sammeln und das Bewusstsein zu verbreiten, wie schädlich die Produkte der globalen Lebensmittelindustrie für die Gesundheit sind. Sprachen, Kulturen und Traditionen kennen lernen Ein Tribut an Madre Terra, die Quelle des Lebens Mexiko – Im Dorf Cerro Armadillo drehen sich die Feierlichkeiten zum Terra Madre Day um traditionelle und religiöse Rituale, angefangen bei den Erntedankfesten und -gebeten (für die Ernte von Mais, Kaffee, Vanille, Bohnen und anderen lokalen Kulturen). Die Bauern kommen am Vormittag des 10. Dezember mit ihren Familien zur Kirche in Cerro Armadillo und bringen Produkte aus ihren jeweiligen Regionen mit. Als Spende für die Madre Terra werden kleine Saatgutpackungen an den vier Himmelsrichtungen um den Altar herum gelegt. Sie werden geweiht und dann von einem jungen Mädchen mit einem handgewebten, traditionellen chinantekischen Gewand dargeboten. Nach der Zeremonie verteilt ein alter Dorfbewohner Gerichte, die mit über 40 lokal angebauten Zutaten zubereitet wurden. Über vier davon sind Maisgerichte (Tortillas aus weißem, schwarzem und gelbem Mais, Temales und fermentierte Getränke). Auch die Familien der Bauern und die Einwohner von Tuxtepec und anderen, noch weiter entfernten Städten wollen an dieser ungewöhnlichen Erfahrung des Lebens der Ureinwohner teilhaben. Den Teilnehmern wird auch Vanille aus dem Presidio Chinantla angeboten. Die Veranstaltung schließt mit der rituellen Beerdigung eines kleinen Teils von jedem Produkt, um der Mutter Erde für das Leben, das sie schenkt, zu danken. Umweltschonende Lebensmittelproduktion Ein langer Tisch gegen GVO Deutschland – Produzenten und Ko-Produzenten der Region Ulm, die sich im Kampf gegen genetisch veränderte Organismen (GVO) zusammengeschlossen haben, haben sich zu einem großen Gemeinschaftsessen verabredet. Die Veranstaltung wird vom Bündnis gentechnikfreie Anbauregion organisiert. Sie will das Bewusstsein dafür stärken, dass unsere Ernährungsentscheidungen mit der Gesundheit der Umwelt verbunden sind, und auf die Schäden durch genveränderte Kulturen und Lebensmittel aufmerksam machen. Das Menü lehnt sich an die Worte von Vandana Shiva, Vizepräsidentin von Slow Food International, an, die empfiehlt, “Linsen, Reis und Gemüse” zu essen: Alle Zutaten werden außerdem von lokalen Bauern geliefert. So ist die angebotene Mahlzeit ein Beispiel für eine perfekt ausgewogene, gesunde Ernährung und dafür, dass man weniger Fleisch essen kann und muss, wenn man wahre Nachhaltigkeit anstrebt. Fairer Handel Auf der Straße der Bauern Chile - Da fairer Handel damit anfängt, die lokalen Erzeuger in unserem Gebiet aufzuwerten, indem wir sie kennen lernen und ihnen zeigen, dass wir sie unterstützen, hat das Convivium Frontera del Sur beschlossen, den ganzen Tag lang Ausflüge in die Bauernhöfe der direkten Umgebung zu organisieren. Alle, denen es am Herzen liegt, dass weiter gesunde, gute Lebensmittel lokal erzeugt werden, sind eingeladen, an einer langen Wanderung teilzunehmen und dabei Frauen und Männern zu begegnen, die auf den Feldern arbeiten und Lebensmittel handwerklich herstellen. Es wird viel Zeit sein, um sich mit ihnen zu unterhalten, um zu verstehen, wie sie ihre Produkte herstellen, und um direkt bei ihnen einzukaufen. Auch die Erzeuger des Presidio der blauen Eier werden bei dem Rundgang besucht. So vermittelt die Veranstaltung zum Terra Madre Tag der lokalen Gemeinschaft, dass die kurzen Produktketten eins der vielen Schlüsselelemente für eine nachhaltige Landwirtschaft sind und dass wir wirtschaftlich gerechte Bedingungen sowohl für die Erzeuger als auch für die Verbraucher erreichen können, wenn wir die Zahl der Zwischenstationen in der Handelskette verringern.