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Slow Fish - Good, Clean and Fair Fish
 

Zur Rettung der Fischereien in British Columbia


23/01/18

Fisch ist seit über einem Jahrhundert ein zentraler Bestandteil der Wirtschaft und Kultur von British Columbia. Für die indigenen Völker der First Nations sogar seit Jahrtausenden. Die kommerziellen Fischereien aus British Columbia spielen im Rahmen der globalen Ernährungssicherheit eine grundlegende Rolle, denn aktuell wird 85% der kanadischen Meeresfrüchteproduktion exportiert.


Im Jahr 2011 enthielten schätzungsweise zwei Milliarden Gerichte in 74 Ländern Meeresfrüchte aus British Columbia. Paradoxalerweise werden jedoch 93% der in Kanada erhältlichen Meeresfrüchte importiert. Grund dafür ist ein tiefgreifender Wandel, der sich in den letzten drei Jahrzehnten in der kommerziellen Fischerei in British Columbia vollzogen hat. Er betrifft die Verarbeitung, den Vertrieb von Ausrüstung, Eis und Ködern, wirkt sich aber auch auf die Bereiche Mechanik, Versicherungs- und Rechnungswesen aus.

 

 

Diese Veränderungen wurden von der Regionalregierung eingeleitet und von politischen Maßnahmen ausgelöst, die uneingeschränktes Eigentum und unbegrenzte Übertragbarkeit von Fangrechten und -quoten ermöglichen, was negative Folgen auf die traditionellen Werte der Fischereibranche hat. Der Preis, den jüngere Arbeiter für den Erwerb von Fangquoten kommerzieller Fischarten zahlen müssen, schoss in den letzten 30 Jahren aufgrund der Konzentration des Eigentums in den Händen weniger Wohlhabender in die Höhe. Dadurch werden die jungen Leute vom Markt verdrängt. Bei der Verwaltung der kanadischen Fischereien setzt die kanadische Regierung auf Politiken, die eine Privatisierung des Zugangs zu Fischressourcen begünstigen. In den letzten Jahren wurden Fangrechte und -quoten im Wert von über 50 Mio. kanadischer Dollar an ausländische Akquirenten verkauft.

 

Heute gibt es in den kleinen Küstendörfern weniger Fischer und weniger Fischvorkommen, was geringere Einkünfte für die Gemeinschaften bedeutet. Als ob Faktoren wie die steigenden Kosten für Treibstoff, Fangquoten, Ausrüstung, Reparaturen und Versicherung nicht genug wären, in kleinem Maßstab arbeitende Fischer sind außerdem dem zunehmenden Wettbewerb um Platz in den Weltmeeren ausgesetzt: Windkraftwerke, Aquakulturen, Tourismus, Meeresschutzgebiete, Schifffahrt, Freizeitindustrie, Erschließung der Küsten... in Kombination mit den sich rasch wandelnden Ökosystemen - abnehmendes Sauerstoffangebot in der Tiefe, Ozeanversauerung, steigende Wassertemperaturen - und dem Trend zu mehr Energieeffizienz -größere Boote, längere Touren, zentralisierte Verarbeitung, Fischerei bei allen Wetterbedingungen-bewirken all diese Faktoren einen Dominoeffekt für die Küstengemeinschaften Kanadas. Sowohl das aggressive Bieten großer Fischereiflotten um Fangquoten als auch die mangelnde Verfügbarkeit lokalen Fischangebots bedingen einen derartigen Preisanstieg, dass es für die Köche immer schwieriger wird, kanadische Meeresfrüchte in ihre Speisekarte aufzunehmen. In Folge wird es für Anbieter von Meeresfrüchten und kanadische Bürger immer schwieriger, hochwertige lokale Fischereiprodukte zu finden.

 

Auch wenn die Fischereibranche fester Bestandteil der kanadischen Kultur ist und auch eine Reihe von Arbeitsplätzen schafft, so ist doch ihr Hauptzweck, Lebensmittel bereitzustellen. Die Bewohner von British Columbia haben das Recht auf einheimische, nachhaltig gefischte Meeresfrüchte. Und sie sind nicht einverstanden damit, dass der gesamte Fang ins Ausland verschwindet.

 

Slow Fish Kanada hat eine Kampagne gestartet, um darüber aufzuklären, wie die kanadische Regierung bei der Verwaltung ihrer Fischfanggebiete Großinvestoren begünstigt. Außerdem wurde eine Petition eingereicht, um eine Reform des Fischereigesetzes durchzusetzen.

 

Die kanadischen Fischereibetriebe sind Gemeingut und sollten deshalb zu Gunsten der Kanadier verwaltet werden.

 

Folgen Sie der Kampagne und erfahren Sie mehr über die kanadischen Fischerei-Gemeinschaften.

 

Unterstützen Sie die Petition von Slow Fish Kanada für eine Reform des Fischereigesetzes.

 

QUELLEN: „Understanding values in Canada's Noth Pacific: Capturing Values from Commercial Fisheries." Kerrie O'Donnell, Taylor Hesselgrave, Eliana Macdonald, Jim McIsaac, Des Nobles,Tasha Sutcliffe, Devlin Fernandes, Brenda Reid-Kuecks. Ecotrust Canada und T. Buck Suzuki Foundation, 2013.

 



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